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Polygamie führt zu Streitereien
Bis ins letzte Jahrhundert zwangen christliche Missionare polygame Heiden zur Scheidung, wenn sie zum Christentum konvertierten*: Meine Studie wird sich auch mit dem Zeugnis meines Freundes, des bibeltreuen Theologieprofessors befassen, der im Mai 2025 verstorben ist. In einem seiner Bücher beschreibt er eine solche Scheidung, die einem Mann auferlegt wurde, der sich zum Christentum bekehrt und zwei Frauen hatte, von denen er die zweite wegschicken musste. Das Tragischste daran ist, dass diese Scheidung für die ganze Familie, einschließlich der beiden Frauen, ein herzzerreißendes Erlebnis mit vielen Tränen war. Familien im Namen Jesu auseinanderzureißen, wäre der Messias nicht auferstanden, hätte er sich wohl im Grab gedreht. 

Überdies stellt dieser Theologe sogar noch selbst fest, dass polygame Ehen im Allgemeinen gut funktionieren. Er schreibt:
"... Meistens haben die Familienglieder ein schönes Verhältnis untereinander, sofern die beiden Frauen gut miteinander auskommen!"
*(Heutzutage wird polygamen Ehepartnern, die sich zum Christentum bekehren, die Ausübung eines Amtes in der Kirche untersagt)
Polygamie ist nicht automatisch Polyamorie. Von den Schwestern Lea und Rahel (die zwei ersten Frauen Jakobs) wissen wir, dass sie separat mit ihrem Mann geschlafen haben. Um Rivalitäten zu verhindern, hat Mose später dann verboten, zwei Schwestern als Frauen zu nehmen. In derselben Denkweise hat der hebräische Gesetzgeber auch den Inzest untersagt. 
In der Bibel gibt es drei Fälle von Streitereien unter Frauen polygamer Männer: 
  • In allen drei Beispielen werden die Streitereien ausdrücklich auf Unfruchtbarkeit zurückgeführt: Die kinderlose Frau wird auf diejenige neidisch, die Kinder gebiert (damals war es eine Schmach, keine Kinder zu haben).
  • Es ist nicht die Bibel, welche die Auseinandersetzungen dieser Frauen der Polygamie zuschreibt, die monogamen Christen tun das. 
  • Das, was diese drei Beispiele gemeinsam haben, ist die Unfruchtbarkeit einer der Frauen und die langjährige Verzögerung der Geburt einer grossen Persönlichkeit (Isaak, Joseph und Samuel). 
  • Zusätzlich und parallel zur Geschichte Josephs lesen wir, dass Gott Lea, Jakobs erste Frau, als Belohnung dafür, ihrem Mann ihre Dienerin zur vierten Frau gegeben zu haben, wieder fruchtbar machte. Aus dem Grund nannte Lea ihren Sohn auch Issaschar (יששכר d.h. „er ist Belohnung“).
Abschließend sei angemerkt, dass die Scheidungsrate in Ländern, in denen die Monogamie gilt, sehr hoch ist, und dennoch käme niemand auf die Idee, Probleme in Paarbeziehungen auf die Monogamie zurückzuführen.

Von Chris Zürcher. Seite aktualisiert am 14. Juli 2026
By Chris Zürcher. Site updated on 14 July 2026
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