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Haben Sie sich noch nie gewundert, warum es in der ganzen Bibel keine Lesben gibt, und warum es keinen einzigen Text gibt, der Frauen verbieten würde, mit anderen Frauen sexuellen Verkehr zu haben? Bisexueller, resp. homosexueller Geschlechtsverkehr zwischen Frauen (sei es in Anwesenheit oder in Abwesenheit ihres Mannes) ist in einem polygamen Rahmen eine natürliche Erscheinung.
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Es ist die von den Römern aufgezwungene, exklusiv monogame Ehe (nur zwei Personen) zwischen heterosexuellen Partnern (d.h. des anderen Geschlechts), die Homosexualität zu einem Problem macht.
Wer das Problem der „Homosexuellen" in der Bibel verstehen will, muss sich nämlich zuerst mit „Sklaverei“ – einer Thematik, die mit Homosexualität überhaupt keinen Zusammenhang zu haben scheint – auseinandersetzen.
Es ist bekannt, dass es auf den römischen Sklavenmärkten Verkäufer gab, die sich auf den Verkauf von Knaben an pädophile Sklavenhalter spezialisiert hatten. Bibelübersetzer, die das griechische Wort αρσενοκοιτης (arseno-koitês: zusammengesetzt aus zwei Begriffen, wörtlich etwa „männlich“ und „Bett“) in 1. Timotheus 1,10 mit „Homosexuelle“ übersetzen (so etwa die Hoffnung für alle), haben sich nie die Zeit genommen, den historischen Kontext sorgfältig zu studieren. Timotheus lebte in Ephesus, der drittgrößten Metropole des Römischen Reiches, in der die Sklaverei blühte. Richtig übersetzt müsste der Text von „Unzüchtigen, Päderasten und Sklavenhändlern“ sprechen, aber sicher nicht von „Homosexuellen“! (Päderasten sind pädophile Männer, die Knaben missbrauchen.) Die Aufzählung von Päderasten und Sklavenhändlern im gleichen Atemzug erlaubt keinen Zweifel.
Timotheus hatte es also nicht mit dem zu tun, was wir heute als sexuelle Orientierung betrachten, sondern mit einer grauenhaften Praxis, nämlich dem Handel mit Kindern durch pädophile Sklavenhändler.
Der große Klassiker, der typischerweise von Theologen gegen Homosexuelle zitiert wird, ist wohl 3. Mose 18,22, der in den Bibeln etwa mit „Du sollst nicht bei einem Mann liegen wie bei einer Frau; es ist ein Gräuel“ übersetzt wird. Diese Übersetzung ist falsch. Die wörtliche Übersetzung wäre „Du sollst nicht bei einem Männlichen liegen wie bei einer Frau; es ist ein Gräuel“. Die Verwendung des Begriffs „männlich“ in diesem Zusammenhang ist ungewöhnlich und erstaunlich. Wenn Moses wirklich auf schwule Männer gezielt hätte (noch einmal: Es gibt keinen einzigen Vers, der Sex zwischen Frauen verbieten würde), hätte der hebräische Gesetzgeber das Verbot wie folgt formulieren müssen: „Du sollst nicht bei einem Mann liegen wie bei einer Frau“. Lange Zeit habe ich mich gefragt, warum Moses das Verbot nicht wie folgt formuliert hat: „Du sollst nicht bei einem Männlichen liegen wie bei einer Weiblichen“. Wäre es um Homosexualität gegangen, dann hätte er doch gleiches (männliches) gleichem (weiblichem), oder aber einen Mann einer Frau gegenüberstellen müssen. Doch das ist ja gerade der Punkt, die Thora setzt zwei ungleiche Dinge einander gegenüber. Die griechische Übersetzung des Alten Testaments namens LXX, die aus dem zweiten Jahrhundert vor Christus stammt und von siebzig Gelehrten angefertigt wurde (daher der Begriff LXX), verwendet den Begriff „männlich“ (ἄρσην) für Levitikus 18,22. Es ist dasselbe Wort „männlich“, aus dem der in 1 Timotheus 1,10 zusammengesetzte Begriff arseno-koitês (Päderasten) gebildet ist. Auch das im Hebräischen gebrauchte „Bett“ (מִשְׁכָּב) finden wir sowohl in der LXX (κοίτη) wie auch im Griechischen Urtext von 1 Timotheus 1,10. Nun spricht dieser letzte Vers unzweifelhaft von Päderasten und eindeutig nicht von Schwulen, der Kontext könnte das nicht klarer machen. Der Verweis auf die LXX kann in einigen Fällen äußerst aufschlussreich sein, weil er zeigt, wie die Menschen zur Zeit Jesu das Alte Testament verstanden. In meinem Buch führe ich eine detaillierte Analyse des Verses durch und zeige, dass der hebräische Begriff „männlich“ (זָכָר) in anderen biblischen Texten verwendet wird, um von Knaben zu sprechen. Ich denke, dass sich Levitikus 18,22 auf die Sklaverei bezieht, der das hebräische Volk unterworfen war. Wir lesen, dass alle hebräischen, neugeborenen Jungen getötet werden sollten. Mose gehörte zu den Knaben, die durch Adoption gerettet worden waren, in seinem Fall durch die Prinzessin. Es ist plausibel, dass einige Ägypter, anstatt sie zu töten, hebräische Jungen gerade als Sklaven für sexuelle Zwecke behalten haben. Beachten Sie, dass die hebräischen Frauen nicht versklavt wurden, sondern nur die Männer. Das Adjektiv „männlich“ würde sich somit auf jeglichen sexuellen Missbrauch männlicher Sklaven beziehen, der in der frühen Kindheit begann und bis ins Erwachsenenalter fortgesetzt wurde, daher der vage Begriff „männlich“. Das würde mit der unter den Römern praktizierten Sklaverei übereinstimmen, in der der sexuelle Missbrauch im zarten Knabenalter begann und als Erwachsene nicht aufhörte. Beide Sprachen (Hebräisch und Griechisch) verwenden also die gleiche vage Terminologie, um denselben Gräuel zu beschreiben, der in zwei verschiedenen Kulturen (der ägyptischen und der römischen) praktiziert wurde, die mehr als ein Jahrtausend voneinander getrennt sind.
Wäre es möglich, dass Bibelübersetzer nicht deshalb damit Mühe haben, gewisse Bibelstellen wörtlich oder zumindest sinngemäss zu übersetzen, weil sie so schlecht Griechisch und Hebräisch können, sondern weil ihre monogame Besessenheit es ihnen verbietet zu erfassen, was die Autoren dieser Texte wirklich beschäftigte?
Wie voreingenommen christliche Denker traditionellerweise über Homosexualität denken, wird beim Begriff „Sodomie“ deutlich. Sodomie steht ursprünglich für Analsex (eine unter Schwulen verbreitete Praktik), und geht auf die Geschichte Sodoms im Buch Genesis zurück (1. Mose 19). Sodom und Gomorrha waren zwei Städte, die Gott als Strafe für ihre Bosheit mit Schwefel und Feuer verbrannte. Der springende Punkt aber: Der biblische Text spricht überhaupt nicht von Homosexualität und schon gar nicht von Analsex. Die Männer von Sodom wollten zwei Engel vergewaltigen (im Hebräischen ist das Wort מלְאָךְ, malakh – d.h. „Engel“ oder „Bote“ – männlich). Daraus ist das Wort „Sodomie“ entstanden. Als wären Vergewaltiger und Schwule dasselbe!
Mein Buch wird dieses und alle anderen Themen auf der Website viel ausführlicher behandeln und alle notwendigen Beweise, Referenzen und Quellen angeben, auf die ich mich stütze.
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Von Chris Zürcher. Seite aktualisiert am 27 März 2025