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Beziehungen stärken! 

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„Auch wenn zwei beieinander liegen, so wärmen sie sich gegenseitig; aber wie soll einer warm werden, wenn er allein ist? Und wenn man den einen angreift, so können die beiden Widerstand leisten;
und eine dreifache Schnur wird nicht so bald zerreissen.“
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Der hier zitierte Bibelvers aus dem Buch der Prediger (Kapitel 4, Verse 11-12) wird in Kirchen traditionellerweise oft an Hochzeiten zitiert wird. Der dritte Faden der Schur soll angeblich Gott sein. Der Gedanke ist natürlich nicht unbedingt falsch, nur ist er nicht in Prediger 4 zu finden. Denn kontextuell gesehen ist nicht von Gott die Rede, sondern von einem Paar (das hier verwendete hebräische Tunwort für „beieinander liegen“ (shakab – שׁכב) kommt mehrmals im Zusammenhang mit Geschlechtsverkehr vor). Exegetisch gesprochen wäre es also richtiger, in der dreifachen Schnur ein Paar zu sehen, das aus drei Menschen zusammengesetzt ist. 
Für Leser, die sich als Christen betrachten: Hat König David, dieser fromme Gottesmann, der Verfasser der Psalmen 23, 119 und vieler anderer, die bis heute regelmäßig Gegenstand von Predigten sind, jeweils wirklich nur mit einer einzigen seiner Frau gleichzeitig geschlafen? 
​Die kirchliche Trauung ist in mehrfacher Hinsicht problematisch. Einerseits war die Vorstellung von Treue in der Bibel eine andere. Ich verstehe, dass man dem Segen Gottes, den die Paare auf diese Weise zu erlangen hoffen, Bedeutung beimessen kann. Andererseits aber kann das vor Gott gemachte Versprechen für sensible und aufrichtige Seelen spätestens dann problematisch werden, wenn sie sich eingestehen müssen, dass ihre Ehe nicht funktioniert. Den Ehevertrag zu brechen, den ich nicht nur mit meiner Frau, sondern vor allem auch mit Gott geschlossen hatte, war ein riesiges Problem für mich. Welche Erleichterung widerfuhr mir an dem Tag, als ich herausfand, dass die kirchliche Ehe eine römische Erfindung ist! Nirgendwo in der Bibel hatten die Hochzeitsfeierlichkeiten einen religiösen Bezug.

„Bis dass der Tod uns scheidet“ – dieses Versprechen, auf der jede kirchliche Trauung aufgebaut ist, hatte Gott nirgends in der Bibel verlangt. Nirgends hatte Moses beispielsweise irgendeine Opfergabe eingeführt, und nirgends hätte Jesus einen göttlichen Segen über irgendeine gefeierte Hochzeit ausgesprochen. Es waren die Römer und Griechen, die ihren Gottheiten Opfergaben darbrachten, in der Hoffnung, den Segen der unsichtbaren Welt zu erlangen – ein Prinzip, das später von der Kirche christianisiert wurde. Biblisch gesehen ist die Ehe nie etwas anderes als ein menschlicher Vertrag zwischen Menschen gewesen, in den Gott kontraktlich gesehen nicht involviert war. 
Die Bibel durch die Brille des eigenen Kontextes lesen​
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In 1. Mose 24 Vers 16 heißt es über Jakobs Braut, dass sie „eine Jungfrau“ war, und „kein Mann hatte sie erkannt“ (ein Hebraismus um auszudrücken, dass kein Mann mit ihr geschlafen hatte). Das überflüssige Wort „Mann“ in diesem Vers führte die Rabbiner zu der Annahme, dass Rebekka ein zerrissenes Jungfernhäutchen gehabt haben musste. Die Vermutung war also, dass sie bereits Sex gehabt haben musste, aber nicht mit einem Mann. Würde das bedeuten, dass Rebekka bereits vor ihrer Ehe Geschlechtsverkehr mit einer Frau hatte und dennoch als Jungfrau galt? Diese Diskussion findet sich im Midrasch. Was sie wohl impliziert, ist, dass es in einem polygamen Kontext (dem der Rabbiner) nicht verwunderlich ist, wenn zwei Frauen miteinander schlafen. 
​In unserer Kultur ist die Ehe eine Frage der Beziehung, während sie in einem polygamen Kontext eine Frage der Gemeinschaft war. In einem Team werden die Beziehungen vielfältiger und die Dynamik ändert sich : 
Das Team

In den evangelikalen Kreisen, in denen ich aufgewachsen bin, wäre diese rabbinische Vermutung wahrscheinlich ein perfekter Kandidat gewesen, um zu veranschaulichen wie „fleischlich“ und „gottlos“ Juden denken. Denn Jesus, so argumentieren Kirchenleute, kann gar nicht anders als Verfechter der Monogamie gewesen sein. 

Monogamie im ersten Jahrhundert

Zur Zeit des Neuen Testaments gab es im Judentum effektiv eine pro-monogame Bewegung, nämlich die Essener: 
Essener
Von Chris Zürcher. Seite aktualisiert am 24. März 2025
By Chris Zürcher. Site updated on 14 July 2026
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